Weshalb man der Schalmeienkapelle eine zweite Chance geben sollte

Liebe Nordler,

es sollte der Höhepunkt beim Kleinen Maifest auf Ihrem Emil-Höllein-Platz werden. Unter dem Motto „145 JAHRE JENA-NORD“ hatte ich auf eigene Kosten die Rüdersdorfer Schalmeienkapelle vertraglich engagiert. Ich dachte mir: mache deine Plakate nicht ganz so groß, wie die der anderen, nutze das Geld lieber, um den Menschen in Jena-Nord eine Freude zu machen.

In unserer Wünsche-Box hatten Sie sich am 23.03. nicht nur (wie vom Team Nord nachgefragt) ein kleines Maifest auf dem Emil-Höllein-Platz gewünscht, sondern auch gleich mit dazu weitere Aktivitäten auf dem zentralen Platz in Nord I, darunter einen eintägigen Weihnachtsmarkt für Schulen, Kitas und andere Einrichtungen in Jena-Nord (damit diese z.B. durch den Verkauf von Kuchen oder anderen Dingen Geld für eigene Zwecke einnehmen können) oder einen Kinder- und Erwachsenen Flohmarkt – um letztere Dinge soll es hier nicht gehen; darum kann ich mich kümmern, wenn Sie mich zum Ortsteilbürgermeister wählen.

Aber es war mir gelungen, das Maifest zu organisieren und viele von Ihnen warteten am Mittwoch darauf, dass es endlich losgeht mit dem Auftritt der Kapelle, die ich unbedingt für Sie engagieren wollte, weil ich sie bis zu dem Vorfall am Mittwochmittag großartig fand. Ich fragte an und man sagte zu, schickte einen Vertrag und nachdem er von beiden Seiten unterschrieben war, stand dem Auftritt nichts mehr im Wege. Dieser Vertrag ist im Übrigen kein Geheimnis und kann von mir – sofern man von Seiten der Rüdersdorfer dem zustimmt – gerne hier veröffentlicht werden. Auf jeden Fall enthält er KEINE Passage, Regelung oder ähnliches, dass ein Auftritt ausgeschlossen ist, wenn eine politische Veranstaltung stattfindet.

Auch wenn am Mittwoch auf dem Platz für FDP und LINKE geworben wurde und beide Kandidaten dieser Parteien um das Amt des Ortsteilbürgermeisters sowie weitere Stadträte der Linken und der Freien Demokraten vor Ort waren, sehe ich in der Veranstaltung keine politische im Sinne z.B. der klassischen Mai-Veranstaltungen von Parteien oder Gewerkschaften zum Tag der Arbeit. Politische Reden gibt es / gab es bei mir nicht, denn ich bin ja auch kein Politiker sondern ein ganz normaler Mensch, der ehrenamtlich Ihr Ortsteilbürgermeister sein will, der unabhängig für alle Bürger da ist. Deshalb kandidiere ich ja auch nicht für den Stadtrat. Über Stadtratskandidaten informieren konnte man sich auf dem Emil-Höllein-Platz, aber es ist ebenso ein Fakt, dass am 1. Mai 1874 der Saalbahnhof eröffnet wurde, in dessen Umfeld später unser Ortsteil Jena-Nord Straße für Straße entstand. Darum ging es.

Am Mittwoch stellte ich daher – wie alle Anwesenden bestätigen können – keine/n der Kommunalpolitiker in den Fokus oder vor, führte lediglich ein Interview mit einem Mitglied des Partner-Ortsteilrats aus Löbstedt und sprach ansonsten am Mikrofon nur über die Vergangenheit und Zukunft unseres Stadtteils. Wir alle warteten schließlich gespannt auf den Auftritt, die Musiker kamen an, nahmen Aufstellung auf dem REWE-Parkplatz und das war’s. Eine Riesen-Enttäuschung für alle Gäste und mich.

Weshalb die Musiker trotz eines eindeutigen Vertrags mit mir als Veranstalter nicht für Sie aufgetreten sind? Ich weiß es nicht, denn es gab im Vorfeld des Auftritts weder ein Gespräch, noch eine E-Mail oder etwas anderes zum Thema „unsere Kapelle spielt nicht für Parteien“. Bezahlen musste ich sie trotzdem – als „Entschädigung“ ließ man mir eine CD da.

Sollte man auf Seiten der Musiker nun mit einigem Abstand zum Mittwoch einen Fehler einsehen – und kein Mensch ist vor Fehlern gefeit, auch ich nicht – habe ich eine Idee, wie man als Kapelle die Enttäuschung auf Ihrer Seite wieder gutmachen könnte: ein weiterer Termin für ein 50- bis 60-Minuten Konzert auf dem Emil-Höllein-Platz. Vielleicht am Muttertag, den 12. Mai 2019, oder auch gerne abseits des Wahltermins, vielleicht am 30. Mai an Christi Himmelfahrt.

Wenn dies klappt, dann werde ich mich dafür verbürgen, dass es keinerlei Wahlwerbung, Parteienstände oder ähnliches auf dem Höllein-Platz geben wird. Nur Musik, gute Stimmung und vielleicht Kaffee und Kuchen. – Wie wäre das?

Ihr

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