Einige Gedanken zur Historie der Interessengemeinschaft Jena-Nord (IGN) und dem, was das Ziel sein muss

Als Verein gegründet hat die Interessengemeinschaft Jena-Nord (IGN) über Jahre die Anliegen ansässiger Unternehmen in Jena-Nord und den Partnerstadtteilen Löbstedt, Zwätzen und Kunitz gegenüber staatlichen und kommunalen Institutionen vertreten. Als Ziele hatte sich der Verein gesetzt, nach gemeinsamen Interessen zu suchen, diese zu bündeln und im Austausch mit Kommunalpolitikern und der Stadt Jena Lösungen zuzuführen. Dabei sah man über die Jahre unter anderem folgende Schwerpunkte:

– die Schaffung effizienter, übergreifender Beziehungen der Wirtschaft zur Stadt Jena, wissenschaftlichen Einrichtungen, Kammern und Verbänden
– neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Ortsteilrat aber auch dem Freistaat Thüringen und dem Bund
– die Verbesserung der Infrastruktur in Nord
– die Verbesserung der Zusammenarbeit der Unternehmen in Nord
– die Gewinnung von Fachpersonal und Konzentration auf Aus- und Weiterbildung

Bis etwa 2013 funktionierte dies wirklich gut und es fanden regelmäßig Unternehmertreffen statt, die einen wesentlichem Anteil zur Abstimmung der gestellten Aufgaben beitrugen. Dabei schaffte man es, Informations- und Vertrauensverhältnisse herbeizuführen, einen regen Austausch von relevanten Informationen für das Gewerbegebiet Saalepark Jena herzustellen.

Der Schlüssel zum damaligen Erfolg war das gegenseitige Kennenlernen der Mitgliedsfirmen mit ihren Kapazitäten und Kernkompetenzen; dies schaffte die Grundlagen für eine vertrauensvolle Kooperation und letztlich das Ausarbeiten interessanter Serviceangebote der Interessengemeinschaft. Vieles mit Vorbildcharakter für unseren Stadtteil und möglicherweise die ganze Stadt wurde erreicht, aber vor knapp fünf Jahren schlief das ganze Projekt langsam ein und heute gibt es die IG Jena-Nord nicht mehr.

Wenn ich in den letzten Wochen mit ehemaligen Mitgliedern der IG geredet habe, dann wünschten die sich, dass ihre Interessen wieder gebündelt vertreten werden, aber ohne, dass sie da aktiv mitwirken müssen. „Ladet uns ein und wir kommen und sagen, wo es hakt“, kann man die Stimmung zusammenfassen. Und genau da sehe ich meine Aufgabe und auch zu diesem Zweck haben wir bereits 2018 den Stadtteilentwicklungs-Plan „Mit Nord geht’s voran“ ins Leben gerufen. Ich denke mir, dass es dabei sicher nicht von Nachteil ist, dass die Freien Demokraten die Vertretung der Interessen des Mittelstandes schon immer tatkräftig unterstützt haben. Hierauf kann ich bauen und das können die Unternehmer ebenso.

Derzeit haben etwa 80 Unternehmen ihren Sitz in Jena-Nord und zwar sowohl aus Branchen wie Metallbearbeitung, Feinmechanik und Optik, Mikroelektronik und Medizintechnik als auch Dienstleistungsunternehmen. Welche Unterstützung im Einzelfall Sinn macht, was man sich wünscht oder erhofft oder als dringend notwendig einfordert, das erfährt man schnell, wenn man mit den Unternehmerinnen und Unternehmern Gespräche führt. – „Zu einem immer neuen Gespräch gibt es keine Alternative“ ist ein Satz von Hans Dietrich Genscher, der ebenso klug wie passend für meine Aufgabe ist.

Handel / Gewerbe / Wirtschaft ist nicht alles in unserem Stadtteil. Aber ohne einen kräftigen Handel, vielfältiges Gewerbe und eine starke Wirtschaft ist alles nichts: Das schafft Arbeitsplätze, so dass die Menschen in Jena-Nord ihren Lebensunterhalt verdienen können. Es sorgt für Gewerbesteuereinnahmen, aus denen wiederum die Infrastruktur, Kultur und die sozialen Ausgaben finanziert werden.

Die momentane wirtschaftliche Stärke unserer Stadt ist jedoch kein Selbstläufer – im Gegenteil: In Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung, der Energiewende und des Fachkräftemangels mit all den damit einhergehenden Herausforderungen ist es eine Pflicht, sich auch in unserem Stadtteil – immerhin dem zweitgrößten Jenas – zusätzlich zur städtischen Wirtschaftsförderung JenaWirtschaft um den Mittelstand als Motor der Sozialen Marktwirtschaft zu kümmern. Genau das werde ich tun.

Ihr

Rainer Sauer, Ortsteilbürgermeister für Jena-Nord


Hinweis: Abbildung der OTZ- / TLZ-Zeitungsartikel aus dem Jenarchiv mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Thüringen

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