Thema „Pflege“: Antwort auf eine Stellungnahme aus dem Begegnungszentrum Jena

Vor kurzem schrieb ich einen Artikel zum Thema „Pflege von Angehörigen / Pflegekräfte“ (den man HIER findet). Diesen kommentierte Frau Heike Eisenhauer von der Projektleitung / Frauenkommunikation im Begegnungszentrum Jena e.V., Closewitzer Straße 2 in Jena-Nord, recht emotional, was man als Anhängsel zum genannten Artikel nachlesen kann.

Bei allem Respekt zur Person und Tätigkeit von Frau Eisenhauer (die ich, nebenbei bemerkt, seit mehr als einem Dutzend Jahren kenne und schätze) seien mir einige Bemerkungen gestattet:

Es gibt durchaus triftige Gründe, dass wir als Team Nord dieses Thema bereits im vergangenen November an vorderer Stelle in unser Konzept „Mit Nord geht’s voran“ aufgenommen haben. Und verschiedenste Anrufe über unser seit Jahresanfang geschaltetes Bürgertelefon haben die Wichtigkeit unterstrichen.Ich darf hier auch versichern, dass ich – anders als mir von der Kommentatorin unter Verweis auf meine beruflichen Funktion unterstellt – durchaus nicht unwissend bin, welche Strukturen es bei der Stadt Jena hinsichtlich des Themas „Pflege“ gibt. Und ja: meiner Ansicht nach darf man den Umgang mit den Sorgen und Nöten des Pflegepersonals überspitzt als „sträflich vernachlässigt“ veranschaulichen. Denn wenn man das Gespräch mit Pflegenden sowie Angehörigen von zu pflegenden Menschen und/oder diesen selbst in Jena-Nord sucht, zeigt sich, dass man sich hier auf beiden Seiten mehr Unterstützung durch die Stadt Jena wünscht.

Genau darüber hatte ich mich bereits mit Herrn Dezernenten Eberhard Hertzsch unterhalten, eben das wird Thema des Gesprächs mit Frau Gabriela Pippart Anfang Februar sein und es ist zugleich Inhalt meiner Bürgeranfrage im kommenden Stadtrat. Ich bin mir zugleich sicher, dass wir solche Dinge in nächster Zeit auch noch vertiefen können, ob mit Herrn Hertzsch oder Frau Pippart oder den Leitungen der verschiedenen Pflegeeinrichtungen – diese Gespräche sind Teil unserer „Mit Nord geht’s voran“-Aktivitäten bis zum Mai.

Um es noch einmal klar zu sagen: niemand aus dem Team Nord, schon gar nicht meine Person, hat die im zentralen Pflegestützpunkt Jenas von äußerst engagierten Pflegeexperten geleistete Arbeit in Frage gestellt. Und es ist unbestritten dass es in Jena-Nord bereits ein umfangreiches Netz an Einrichtungen gibt, die sich mit den Problemen der pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen tagtäglich beschäftigen.

Uns geht es aber darüber hinaus um die Sorgen und Nöte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen und -diensten in Punkto „Pflegeüberlastung“. Vor allem dann, wenn es um deren Gesundheit geht, die durch die teilweise extremen Belastungen der Schichtarbeit in Verbindung mit den auf den eigenen Körper einwirkenden Kräften beim Lagern und Drehen von Klienten stark beeinträchtigt oder irreparabel geschädigt wird bzw. ist.

Zusammengefasst:

Gerade wurde im aktuellen Barmer-Pflege-Report festgestellt, dass sich a) 40 % der pflegenden Angehörigen mehr Informationen wünschen, woher sie Hilfe bekommen und zudem eine bessere Aufklärung über die Leistungen, und sich b) die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Freistaat in den vergangenen Jahren derart erhöht hat, dass das nicht ebenso stark angestiegene Pflegepersonal oft an körperlicher und psychischer Überlastung leidet und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich entschieden wollen oder müssen, die Pflegetätigkeit aufzugeben.

„Pflegeüberlastung“: Soweit darf es in Nord im Interesse aller Beteiligten nicht kommen und dafür wollen wir kämpfen!

Ihr Rainer Sauer

[Lesen Sie zum Thema auch meine Bürgeranfrage für den Februar-Stadtrat!]

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